Koordinaten: 49° 24' 20.68" N, 8° 40' 46.62" O
| Heidelberger Druckmaschinen AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1850 |
| Unternehmenssitz | Heidelberg, Deutschland |
| Unternehmensleitung |
Bernhard Schreier (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiter | 19.171 (Stand: 31. März 2007) |
| Branche | Druckmaschinen |
| Website | www.heidelberg.com |
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (HDM), ein Unternehmen des Präzisionsmaschinenbaus mit Hauptsitz in Heidelberg (Baden-Württemberg), ist der weltweit führende Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen einschließlich umfangreicher Lösungen für die Printmedien-Industrie.
Inhaltsverzeichnis |
Die Heidelberger Druckmaschinen AG deckt die gesamte Prozess- und Wertschöpfungskette im Bereich des Bogenoffset-Drucks ab. Diese Kette umfasst neben den eigentlichen Druckmaschinen (press) auch Geräte zur Belichtung der Druckplatten (pre press) sowie zur Weiterverarbeitung der bedruckten Bogen, also Maschinen zum Schneiden, Falzen, Sammeln, Kleben, Heften, Binden und Stanzen (post press). Hinzu kommen umfangreiche Softwarekomponenten zur Integration aller in einer Druckerei anfallenden Prozesse.
Mit einem Umsatzanteil von fast 90 Prozent ist die Herstellung von Bogenoffset-Druckmaschinen der größte Produktbereich des Unternehmens. Die Heidelberger Druckmaschinen AG besitzt auf diesem Gebiet einen weltweiten Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Der Bogenoffsetdruck wird überwiegend für hochwertige, mehrfarbige Druckprodukte wie z. B. Kataloge, Bildbände, Kalender, Plakate, Verpackungen und Etiketten eingesetzt. Immer wichtiger werden dabei Veredelungstechniken wie Lacke, spezielle Duftstoffe oder ausgefallene Bedruckstoffe. Moderne Bogenoffset-Druckmaschinen bedrucken heute bis zu 18.000 Bogen pro Stunde.
Am Firmensitz im Zentrum Heidelbergs sind unter anderem die Bereiche Forschung und Entwicklung (ca. 1.600 Mitarbeiter) sowie Marketing und Vertrieb angesiedelt. Montiert werden fast alle Druckmaschinen am 12 Kilometer entfernten Standort Wiesloch-Walldorf, der mit mehr als 6.500 Mitarbeitern größten Druckmaschinenfabrik der Welt.
Weitere Produktions- und Entwicklungsstandorte in Deutschland sind in Amstetten auf der Schwäbischen Alb (mit der einzigen Gießerei des Unternehmens), Brandenburg an der Havel, Ludwigsburg, Kiel, Leipzig, Mönchengladbach und Langgöns bei Gießen. Im Ausland gibt es kleinere Produktionsstandorte in der Schweiz, der Slowakei, in Schweden, den USA und seit Herbst 2006 auch in Qingpu/ Shanghai/ Volksrepublik China (Falzmaschinen und kleinformatige Druckmaschinen) [1]. An weltweit 250 Standorten in 170 Ländern ist das Unternehmen mit mehr als 6.000 Vertriebs- und Servicemitarbeitern vertreten.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 19.000 Mitarbeiter. Mehr als 80 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 3,8 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2006/2007) erzielt das Unternehmen im Ausland.
1850 gründete Andreas Hamm im pfälzischen Frankenthal die Firma als Glocken-, Feuerspritzen- und Dampfmaschinenfabrik. 1856 lernte er Andreas Albert, Werksmeister bei Koenig & Bauer, kennen. 1861 beschlossen sie, neben Glocken und Gussteilen auch Schnellpressen herzustellen. 1896 wurde der Firmensitz nach Heidelberg verlegt. 1905 wurde der Name des Unternehmens in Schnellpressenfabrik Aktiengesellschaft Heidelberg geändert. Ein bekanntes Produkt ist der Heidelberger Tiegel, das bis 1985 165.000 mal produziert wurde. Das neue Werk in Wiesloch/Walldorf wurde durch starkes Engagement von Hubert Sternberg nach einem Jahr Bauzeit 1957 eröffnet.
Bis zu Beginn der 1960er Jahre wurden ausschließlich Maschinen für den Buchdruck produziert; 1962 stellte das Unternehmen seine erste Maschine für den Offsetdruck vor. 1967 erfolgte die Umbenennung in Heidelberger Druckmaschinen AG. Die Produkte erwiesen sich als gut wettbewerbsfähig. Schnell wurde das Unternehmen zum weltweit größten Anbieter mit deutlichem Abstand zum nächsten Mitbewerber.
1988 erwarb Heidelberg, so die neue Kurzform des Firmennamens, den Rollenoffsetmaschinen-Hersteller Harris Graphics Corporation mit Standorten in Frankreich, den USA und in Mexiko. 1991 führte es die Direct-Imaging-Technologie ein, bei der die Druckplatten direkt in der Druckmaschine statt in der Vorstufe belichtet werden. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde mit der Produktion von Maschinenkomponenten in Brandenburg begonnen. Auf dem Gebiet der Druckvorstufe, wie zum Beispiel von Plattenbelichtern, erwarb Heidelberg 1996 den Hersteller Linotype-Hell. 1999 übernahm das Unternehmen die Sparte Office Imaging (Digitaldruck) von der Eastman Kodak Company. In Qingpu bei Shanghai wird 2006 mit 130 Mitarbeitern eine Montage für Falzmaschinen und kleinformatigere Druckmaschinen eröffnet.
1997 wurde die Heidelberger Druckmaschinen AG erstmals an der Frankfurter Börse notiert (Kürzel HDD, ISIN: DE0007314007). Dieser Börsengang wurde durch den Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn organisiert , wodurch er sich für den Vorstandsposten bei der Privatisierung der Deutschen Bahn qualifizierte. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und der strukturellen Krise in der graphischen Industrie durch die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien war das Geschäftsjahr 2002/2003 das erste Jahr in der mehr als 150-jährigen Firmengeschichte, in dem die Heidelberger Druckmaschinen AG einen Verlust erwirtschaftete. Im Zuge dieser mehrere Jahre anhaltenden Branchenkrise ordnete das Unternehmen seine Geschäftsaktivitäten neu. 2004 wurde der Bereich Web Systems (Rollenoffsetmaschinen) mit Werken unter anderem in Dover (USA) und Montataire (Frankreich) an die US-Firma Goss International verkauft. Heidelberg erhielt im Gegenzug eine Beteiligung von 15 Prozent an Goss. Die Sparte Digitaldruck und das bis dahin mit Kodak bestehende Joint Venture Nexpress wurden wieder an den amerikanischen Partner übertragen, die Heidelberg Digital Finishing GmbH in Mühlhausen geschlossen.
Mit diesen Entscheidungen wurde die Expansion in neue Geschäftsfelder revidiert. Die Heidelberger Druckmaschinen AG konzentriert sich seither wieder auf ihr traditionelles Kerngeschäft der Maschinen für den Bogenoffsetdruck. Im Geschäftsjahr 2004/2005 erreichte das Unternehmen wieder die Gewinnzone und konnte seither seine Ertragskraft weiter steigern. Im Geschäftsjahr 2006/2007 erwirtschaftete die Heidelberger Druckmaschinen AG einen Jahresüberschuss von 263 Millionen Euro (Vorjahr: 135 Millionen Euro); dies entspricht einer Umsatzrendite von 6,9 Prozent. Die Wertschöpfung findet bei einem Exportanteil von über 80 % weitgehend in Deutschland statt.
Im Juli 2007 stieg der Hedge-Fonds Centaurus mit 5,13 Prozent bei Heidelberger Druckmaschinen ein. Kurz zuvor hatte der langjährige Mehrheitseigner RWE seine Beteiligung am Konzern unter zehn Prozent gesenkt. Weitere Aktien befinden sich beim Versicherungskonzern Allianz SE (12 %).
Im Spätsommer 2007 startete die Heidelberger Druckmaschinen AG mit der Herstellung von Maschinen für das so genannte "ganz große Format". In dieser Formatklasse werden Papierbögen mit einer Breite bis zu 162 Zentimetern bedruckt. Eingesetzt werden solche Maschinen vor allem für den Druck von Verpackungen, die häufig in großen Stückzahlen benötigt werden. Für die Montage dieser bis zu 200 Tonnen schweren Maschinen wurde am Standort Wiesloch-Walldorf mit einem Kostenaufwand von 45 Millionen Euro eigens eine 260 Meter lange und 135 Meter breite Halle errichtet. Sie war zugleich eine Art Jubiläumsgeschenk für den Standort, der im Sommer dieses Jahres sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte.
| Commons: Heidelberger Druckmaschinen – Bilder, Videos und Audiodateien |
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